Kommentar aus Der Freitag-Community
Effjay schrieb zum Thema Cocooning:
“Schöner Wohnen lag früher immer bei einem Facharzt im Wartezimmer aus, den ich gelegentlich konsultieren musste.
Dort gab es meist Möbel zu sehen die in einem Preissegment zu finden waren, welches ich mir nicht leisten konnte und wollte.
Es wirkte museal steril auf mich, und beim Betreten einer solchen Wohnung hatte man das Bedürfnis zu fragen ob man die Schuhe ausziehen soll.
Ich erinnere mich an ein Sofa von Freunden meiner Eltern in den 70 ern, das mit einem braunen groben Cord Stoff bezogen war, in das man mittels dicken Knöpfen in den Sitzflächen Vertiefungen gemacht hatte, wo sich dann hübsch die Schokoladenkrümel sammelten.
Und die Bogenlampe fand ich schon immer hässlich, damals wie heute.
Ich hatte auch nie einen Druck von Mondrian an der Wand hängen.
Dafür welche von Dali und van Gogh. Und ein Riesenposter von Pink Floyds “Wall”
Ich erinnere mich noch mit Graus daran wie mein “Jugendzimmer” aussah, von dem die Möbeldesigner der 70er dachten das es Zweckmässig für Jugendliche sei. Davon hat es auch kein Stück in meine erste Wohnung geschafft, dort fanden sich die tollen Weichholzmöbel von Ikea.
Und die bunten gewebten Teppiche die ich aus dem Urlaub kannte in Österreich, nur das die Leute dort sowas selbst gewebt haben.
Heute habe ich den klassischen Stilmix aus Romantik und Moderne und versuche musealen Charakter und Tischplatten aus Glas zu vermeiden.
Cocooning.” Effjay bei Der Freitag
18.10.2010 — 19:43 — Permalink
